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7 Minuten Lesezeit

Unsere inneren Antreiber - zwischen Lebenslust und Erschöpfung!

Als Motivatoren helfen die inneren Antreiber dabei, unser Leben produktiv zu gestalten und zufrieden zu sein. Bestimmen Sie jedoch unseren Alltag zu unflexibel und rigide, dann werden sie zu inneren Antreibern, die uns einengen und belastend wirken.

Der persönliche Lebens- und Arbeitsstil wird in starkem Maße durch bereits in der Kindheit erlernte Wertvorstellungen geprägt. In unserer westlichen Gesellschaft lassen sich die Vorstellungen darüber, wie wir ein erfolgreiches Leben führen können, recht gut anhand der folgenden fünf Verhaltensweisen - auch Antreiber genannt - beschreiben:

Verhaltensweisen, die während des Heranwachsens durch Lob oder positive Erfahrungen verstärkt wurden, stabilisieren sich und kommen so mit der Zeit Glaubenssätzen gleich - darüber wie man idealerweise zu sein hat.

Nach diesen Kriterien bewerten wir dann fortwährend uns selbst und natürlich auch Andere.

Vielleicht haben Sie Lust, mehr über Ihre Antreiber – und über die Stärken und Schwächen des jeweiligen Typus – herauszufinden!

Dazu bewerten Sie einfach die folgenden 30 Aussagen mit Punkten von 0 - 3:


Einfach auf einem separaten Blatt notieren!


1.
Ich mag berufliche Herausforderungen und wachse in kniffligen Situationen.

2.
Mir ist es wichtig, mit anderen gut auszukommen.

3.
Mir macht es Spaß, wenn ich viel zu tun habe. Meine Energie wächst in „Stoßzeiten“.

4.
Ich bin dann mit mir zufrieden, wenn ich qualitativ einwandfreie Arbeit vorlege.

5.
Ich bin oft in Eile, werde erst auf den letzten Drücker fertig.

6.
Es macht mir Spaß, die Führungsrolle zu übernehmen, Situationen zu managen.

7.
Ich kann andere gut begeistern.

8.
Meine Devise: Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig.

9.
Aus Gefälligkeit übernehme ich oft Aufgaben für andere.

10.
Wenn ich anderen eine Aufgabe übergebe, gehe ich diese im Detail mit ihnen durch.

11.
Emotional aufgeladene Diskussionen finde ich in der Arbeitswelt unpassend.

12.
Meine Devise: Wer rastet, der rostet.

13.
Ich finde, Ordnung und Struktur erleichtern die Arbeit.

14.
Ich besuche gerne Veranstaltungen, um Neues zu erfahren und dazuzulernen.

15.
Probleme sind da, um gelöst zu werden. „Da muss man durch!“

16.
Ich werde leicht ungeduldig, wenn Leute etwas zu umständlich machen.

17.
Nachlässigkeit und „chaotische“ Arbeitsweisen mag ich nicht.

18.
Ich arbeite dann am besten, wenn die Beziehung zu anderen stimmt.

19.
Es gelingt mir ruhig zu bleiben, auch wenn ich innerlich aufgewühlt bin.

20.
Ich versuche Routinelösungen zu vermeiden und neue Wege zu gehen.

21.
Ich weiß oft intuitiv, wie andere sich fühlen.

22.
Ich arbeite gerne schnell – bekomme die Dinge vom Tisch.

23.
In Konfliktsituationen fühle ich mich unbehaglich.

24.
Ich schätze es, wenn andere meine Fragen kurz und bündig beantworten.

25.
Wenn ich eine Meinung äußere, dann begründe ich sie auch.

26.
Wenn andere mich um etwas bitten, fällt es mir schwer, Nein zu sagen.

27.
Bei langwierigen Aufgaben freue ich mich auch mal über eine kleine Unterbrechung.

28.
Es gelingt mir leicht, bei meiner Arbeit die verschiedensten Aspekte im Auge zu behalten.

29.
Ich kann mich schnell entscheiden.

30.
In angespannten Situationen bleibe ich ruhig und sachlich.


Die Auswertung können Sie gleich im Anschluss vornehmen!

Addieren Sie die zu den Aussagen vergebenen Punkte nach folgendem Schema:

Die Höhe der Punktzahl zeigt Ihnen, welcher innere Antreiber dominant ist.

Das Ergebnis kann auch zeigen, dass zwei Antreiber oder mehr bei Ihnen in etwa gleich stark ausgeprägt sind!

Kein Antreiber ist besser oder schlechter als der andere; mit jedem sind besondere Ressourcen und Fähigkeiten verbunden. Wenn einzelne Seiten Ihres Typus jedoch sehr stark in den Vordergrund rücken, können auch Risiken entstehen.

Erfahren Sie jetzt mehr über die Chancen und Risiken der fünf Antreiber-Typen!

Möglicherweise trifft nicht jede einzelne Beschreibung „Ihres Typs“ zu 100% auf Sie zu. Viel mehr sind die Beispiele so gewählt, dass es möglich wird, grundsätzliche Tendenzen bei sich und anderen zu erkennen.


1. Der Motivator/Antreiber: Sei schnell!

„Schnelle Typen“ können eine gewisse Zeit lang auf sehr hohem Aktivitätsniveau leistungsfähig bleiben. Sie lieben „Action“!

Mit knappen Terminvorgaben oder spontanen Entscheidungen haben Sie keine Probleme. Solche Menschen wünscht man sich auf der Notfallstation im Krankenhaus oder bei Crashs im EDV-System.

Typische Aussagen könnten sein:

Typische Merkmale:

Sie blühen auf, wenn Action angesagt ist. Sie erledigen Aufgaben am liebsten in der kürzest möglichen Zeit und suchen nach den effizientesten Wegen. Sie sparen so zwar Zeit, verschieben die Dinge aber gern auf die letzte Minute – und in der Eile kann es zu Fehlern kommen.
Sie sind einfallsreich, bewegen sich dynamisch, denken und sprechen schnell und verwenden auch häufig die Redewendung „Ich muss noch schnell…“.

Innere Ruhe erscheint inkompatibel mit der Dringlichkeit von Aufgaben, Entspannung konkurriert mit den anstehenden Themen. Bei Ihrem Tempo kommen viele andere nicht mit und erscheinen Ihnen langsam und unproduktiv. Achten Sie auf Symptome, wie innere Unruhe oder nachlassende Konzentration: vermutlich ist jetzt mal Zeit für eine Pause!

Und akzeptieren Sie das Tempo Anderer, schnell ist super, aber nicht unbedingt besser!

Entlastende Aussagen, die der Tendenz zu konstant hohem Tempo entgegensteuern, sind:


2. Der Motivator/Antreiber: Sei perfekt!

Nicht nur in der Samurai-Tradition ist Perfektion eine anzustrebende Größe! Auch westliche Perfektionisten haben Sinn für Genauigkeit und Qualität und streben nach Fehlerlosigkeit und Vollkommenheit.

Sie sind gut organisiert, planen gern und kalkulieren Probleme mit ein. Sie werden wegen Ihrer Verlässlichkeit und Gewissenhaftigkeit geschätzt. Bei der Flugsicherung oder im Operationssaal wünschen wir uns genau diese Qualitäten.

Typische Aussagen könnten sein:

Typische Merkmale:

Mit diesem Antreiber will man immer perfekt abliefern – oft ohne Rücksicht auf Zeitaufwand und Kosten. Man setzt auf Anerkennung für fehlerfreie Leistung und hat hohe Erwartungen an sich und andere. Allerdings: Perfektion kostet Zeit!

Des Öfteren arbeiten Sie deshalb länger oder nehmen Arbeiten mit nach Hause. So manches, was Sie delegieren könnten, machen Sie lieber selber – sicherheitshalber. Erklärungen geben Sie gerne sehr detailliert. In Gesprächen kann das dazu führen, dass Ihr Gegenüber sich belehrt fühlt oder ungeduldig wird.

Zu Sitzungen kommen Sie pünktlich und gut vorbereitet, Sie sind auch Befürworter von Agenden und Spielregeln – und sind meist irritiert, wenn Andere sich nicht daran halten.

Entlastende Aussagen, die der Tendenz zu ausgeprägtem Perfektionismus entgegensteuern, sind:


3. Der Motivator/Antreiber: Sei liebenswürdig!

Eine besondere Fähigkeit der „liebenswürdigen“ Person ist ihre „soziale Wahrnehmung“. Intuitiv nehmen Sie Stimmungen wahr, lesen die Signale und Körpersprache anderer und stellen sich darauf ein.

Sie arbeiten gerne im Team mit Anderen und sind sensitiv für Gruppenprozesse und zwischenmenschliche Atmosphäre. Kunden und Kollegen schätzen an Ihnen, dass Sie sich für Andere einsetzen.

Typische Aussagen könnten sein:

Typische Merkmale:

Sie fühlen sich leicht dafür verantwortlich, dass Andere sich wohlfühlen. Sie haben besondere Antennen für die Gefühlslage und Bedürfnisse anderer Menschen und wirken oft harmonisierend auf ihr Umfeld ein. Im Team sind Sie es, der/die dafür sorgt, dass alle mitgenommen werden.

Um andere nicht zu verletzen, äußern Sie Kritik aber oft so vorsichtig, dass sie nicht als solche erkannt wird. Im Gespräch lächeln und nicken Sie oft, um Verständnis anzudeuten. Sie können schlecht "Nein" sagen und scheuen sich, ungeliebte oder uninteressante Aufgaben zu delegieren und damit jemand anderem zuzumuten.

Oft kommen Sie dabei selbst zu kurz und geraten in stressige Situationen.

Entlastende Aussagen, die der Tendenz Anderen stets Vorrang einzuräumen entgegensteuern, sind:


4. Der Motivator/Antreiber: Streng´ Dich an!

Streng-dich-an-Typen zeigen eine erstaunliche Einsatzbereitschaft. Ihre Energie wächst beim Versuch "Unmögliches" möglich zu machen und Neuland zu entdecken!

Andere schätzen an Ihnen Ihre Begeisterungsfähigkeit und die Bereitschaft, spontan einzuspringen, neue Projekte zu übernehmen und Probleme anzupacken. In der Regel arbeiten Sie an mehreren Projekten gleichzeitig.

Typische Aussagen könnten sein:

Typische Merkmale:

Ihre Einsatzbereitschaft ist hoch und Stress gehört für Sie dazu. Wenn etwas nicht klappt, dann verdoppeln Sie eben Ihre Anstrengung. Erfolge, die nicht auf Anstrengungen basieren, zählen für Sie nicht wirklich. In der Regel haben Sie mehrere Projekte in der „Warteschleife“.

Ihre Kollegen und Mitarbeiter wissen, dass sie Sie jederzeit ansprechen können. So wechseln Sie häufig zwischen mehreren Tätigkeiten: telefonieren – Sachbearbeitung – mit einem Mitarbeiter sprechen – Sachbearbeitung fortsetzen – telefonieren …

Beim Sprechen bringen Sie gern immer wieder neue Gedanken ein, stellen mehrere Fragen zugleich oder antworten auf eine Frage mit einer Gegenfrage, was Ihr Gegenüber gelegentlich verwirrt. Die Lebensenergie wird übersetzt in Anstrengung: Ich „powere“, also bin ich.

Entlastende Aussagen, die der Tendenz zur Überanstrengung entgegensteuern, sind:


5. Der Motivator/Antreiber: Sei stark

Mit dem Antreiber„Sei stark“ sind Sie voller Energie, wenn Sie sich mit anderen messen oder in schwierigen Situationen bewähren können.

Man schätzt an Ihnen, dass Sie auch in Krisen nicht die Nerven verlieren, sondern besonnen handeln. Sie bestehen auf Ihre Eigenständigkeit und erleben sich selbst als belastbar. Auch in Situationen, in denen Sie innerlich stark engagiert sind, wirken Sie beherrscht. Im Interesse eines Ziels, trauen Sie sich auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Typische Aussagen könnten sein:

Typische Merkmale:

Sie besitzen ein hohes Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen und messen sich gerne mit Anderen. Ihre Vorliebe, „sich zu bewähren“, führt dazu, dass Sie Vieles allein machen: Sie delegieren zu wenig und es fällt Ihnen schwer, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ihr tendenziell eher distanziertes Verhalten drückt sich sprachlich beispielsweise durch „Man“-Formulierungen aus: „Man ärgert sich schon darüber ...".

Insgesamt geben Sie Emotionen eher weniger Raum und agieren auch im Team vorwiegend sach- und aufgabenbezogen.

Entlastende Aussagen, die der Tendenz zum Stark-sein-müssen entgegensteuern, sind:

Die Beschreibung der verschiedenen Motivatoren kann Anregung sein für Ihr Selbstmanagement, wie auch für die Zusammenarbeit mit Anderen. Meist verstehen wir uns mit denen besser, die in etwa so „ticken“ wie wir selbst. Uns ist sofort klar, was jemand meint und wir haben ähnliche Vorstellungen von Zielen und Qualitätsstandards.

Eine sehr geringe Punktzahl in einem spezifischen Bereich zeigt Ihnen an, welcher Typus mit seiner Art eine besondere Herausforderung für Sie darstellt. Denn - da setzt jemand seine Prioritäten ganz anders als Sie selbst!

Gibt es Mitarbeiter oder Kollegen, mit denen Sie weniger gern zusammen-
arbeiten? Schwierigkeiten entstehen leicht dann, wenn zwei unterschiedliche Typen die Arbeitsweise des jeweils anderen für ausschließlich defizitär halten.

Versuchen Sie mal, diese Personen einem Typus zuzuordnen. Wenn Sie sich bewusst machen, welchen Arbeitsstil Ihr Gegenüber hat, wird es Ihnen leichter fallen, von seinen Stärken zu profitieren und seine Schwächen zu berücksichtigen und anzunehmen.

Beispiel:

Eine Führungskraft mit innerem „Sei schnell“- Programm möchte von einem Mitarbeiter mit „Sei perfekt“- Ausrichtung eine Auskunft über den Stand eines Projekts:

“Ach, hallo Herr Meier, was macht unser Projekt XY“?

„Sei perfekt“ fängt an, präzise und ausführlich zu erklären.

„Sei schnell“ dauert das zu lange, er unterbricht ungeduldig: „Ja, ja, aber…“.

„Sei perfekt“ fängt an, sich zu ärgern, findet seine Mühe nicht gewürdigt und denkt: “Was fragt er mich, wenn er eigentlich nichts wissen will?“


Was hätten beide tun können, um das Gespräch erfreulicher zu gestalten?


Die „Sei schnell“- Führungskraft hätte ihre Frage eingrenzen und präzisieren können, der „Sei perfekt“- Mitarbeiter könnte beispielsweise fragen, welche Information in welchem Umfang genau gewünscht ist.

Jeder Standpunkt hat einen anderen Blickwinkel!


Fred Ammon

Über die Autorin:

Kerstin March ist Diplom-Psychologin, Dozentin und Coach. Sie hilft Unternehmen, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren und Mitarbeiter nachhaltig fit zu machen. Ihr Blog und die kostenfreien Video-Coachings unterstützen Interessierte dabei, ihren Job mit mehr Kompetenz und Gelassenheit anzugehen!

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